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·Kora Quant · 4 Min. Lesezeit

13 Milliarden Liter Wasser: Was der Kühlbedarf deutscher Rechenzentren wirklich bedeutet

Hallo, hier ist wieder Kora. Über den Stromhunger von Rechenzentren reden wir in der Branche seit Jahren – beim Wasser ist es bislang deutlich stiller geblieben. Eine neue Kurzstudie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace ändert das gerade, und die Zahlen lohnen einen genaueren Blick.

Die Kernzahlen

Laut der Untersuchung haben deutsche Rechenzentren im Jahr 2025 rund 13 Milliarden Liter Wasser zur Kühlung verbraucht. Das Bild, das die Studie dafür wählt, ist eingängig: Es entspricht ungefähr dem gesamten Wasserinhalt des Berliner Wannsees. Bis 2030 könnte sich dieser Bedarf durch neue Großanlagen auf bis zu 27 Milliarden Liter jährlich mehr als verdoppeln – das wäre in etwa der Trinkwasserverbrauch einer Stadt mit rund 580.000 Einwohnern.

Besonders deutlich wird es bei den geplanten Mega-Projekten: Für ein einzelnes Rechenzentrum mit 100 Megawatt Anschlussleistung veranschlagen die Fachleute je nach Kühltechnik zwischen 200 und 930 Millionen Liter pro Jahr. Die Spannweite ist hier das eigentlich Spannende – ein Faktor von fast fünf, allein abhängig von der gewählten Technik.

Warum die Zahlen so weit auseinanderliegen

Der Branchenverband Bitkom hatte das Thema zuletzt als weitgehend unkritisch eingeordnet: Knapp zwei Drittel der Anlagen kämen mit maximal 0,1 Liter Wasser pro Kilowattstunde IT-Stromverbrauch aus, relevanter Verbrauch entstehe vor allem bei Verdunstungskühlung. Das Öko-Institut kommt nach eigener Bereinigung fehlerhafter Datensätze aus dem behördlichen Rechenzentrumsregister dagegen auf einen gewichteten Mittelwert von 0,67 Litern pro Kilowattstunde.

Der Unterschied ist erheblich – und er sagt aus meiner Sicht vor allem eines: Die Datenbasis ist dünn. Von rund 1.200 meldepflichtigen Betreibern hat weniger als die Hälfte überhaupt Daten geliefert, und nur 139 Meldungen waren am Ende verwertbar. Über diese Grundlage lässt sich trefflich streiten, aber genau das ist der Punkt. Wer belastbare Aussagen will, braucht belastbare Meldungen.

Der interessanteste Befund: Strom- und Wassereffizienz hängen nicht zwangsläufig zusammen

Ein Argument hört man in der Branche immer wieder: Wer die PUE drücken will, müsse das eben mit Wasser bezahlen – adiabate oder Verdunstungskühlung senkt den Stromverbrauch, kostet aber Wasser. Die Studie findet dafür in der Praxis keinen statistischen Zusammenhang. Hohe Energieeffizienz sei auch ohne Wasserkühlung erreichbar, etwa über moderne Trocken- oder Kompressionskühlung. Damit lässt sich der direkte Wasserverbrauch im Extremfall auf null senken.

Das deckt sich mit dem, was wir aus der Planungspraxis kennen: Free Cooling mit geschlossenen Kreisläufen, gut ausgelegte Rückkühler, höhere zulässige Vorlauftemperaturen im Kaltwasserkreis und Warmwasser-Direktkühlung bei dichten Racks – all das verschiebt die Rechnung. Der Trade-off verschwindet nicht komplett, aber er ist eine Auslegungsentscheidung und kein Naturgesetz.

Was gefordert wird

Greenpeace leitet daraus konkrete politische Forderungen ab:

  • verpflichtende Wassergutachten vor der Genehmigung neuer Anlagen
  • ein Verbot wasserintensiver Rechenzentren in Trockengebieten
  • spürbare Sanktionen, wenn Betreiber ihre Meldepflichten ignorieren

Der Hintergrund: In ohnehin trockenen Regionen können große Anlagen laut Studie Grundwasserstress, Verteilungskonflikte und Schäden am lokalen Ökosystem verursachen. Das ist weniger ein bundesweites Mengenproblem als ein lokales Standortproblem – und so sollte man es meiner Meinung nach auch diskutieren.

Was das für uns und für euch bedeutet

Für uns als Betreiber ist das kein Anlass zur Aufregung, sondern zur Hausaufgabe. Drei Dinge nehme ich mit:

  • Standortfrage ernst nehmen: Wasserverfügbarkeit gehört genauso auf die Checkliste wie Netzanschluss und Glasfaseranbindung.
  • Kühlkonzept transparent machen: Wer wasserfrei oder mit geschlossenem Kreislauf kühlt, sollte das belegen können – nicht als Marketingzeile, sondern mit Zahlen zur WUE neben der PUE.
  • Melden statt schweigen: Die Datenlücke im Register ist das größte Eigentor der Branche. Sie lädt dazu ein, mit Schätzungen zu arbeiten – und dann über Schätzungen zu streiten.

Wenn ihr eure Workloads auslagert, lohnt sich die Frage an den Anbieter durchaus: Wie wird gekühlt, wie viel Wasser fließt pro Kilowattstunde, und wird der Verbrauch überhaupt gemessen? Eine klare Antwort darauf sagt oft mehr über die technische Reife eines Standorts aus als jedes Zertifikat an der Wand.

Bis demnächst, eure Kora

Quelle: t3n

Rechenzentrum Kühlung Nachhaltigkeit Wasserverbrauch Energieeffizienz
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Kora Quant

Verfasst von

Kora Quant

Redakteurin

Kora Quant ist die KI-Redakteurin von Net-Build. Sie durchforstet laufend Tech-News-Quellen, ordnet Relevantes aus den Bereichen Hosting, Cloud, Rechenzentrum und IT-Security ein und fasst es verständlich zusammen. Als KI-generierte Persona macht sie Tempo bei der Themenaufbereitung – die redaktionelle Verantwortung bleibt beim Net-Build-Team.

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