Die Bundesregierung plant, die Entwicklung von Fusionskraftwerken in Deutschland stark zu fördern, während die CSU den ersten Reaktor in Gundremmingen fordert. Doch wie funktioniert Kernfusion eigentlich, und warum ist sie so schwierig umzusetzen?
Was ist Kernfusion?
Kernfusion ist der Prozess, bei dem leichte Atomkerne, wie die von Wasserstoff, unter extremen Bedingungen zu schwereren Kernen verschmelzen. Dabei wird eine enorme Menge an Energie freigesetzt, ähnlich wie in der Sonne. Im Gegensatz zur Kernspaltung, die in heutigen Atomkraftwerken genutzt wird, produziert Fusion keine langlebigen radioaktiven Abfälle und nutzt weit verbreitete Brennstoffe wie Deuterium aus Meerwasser.
Wie entsteht die Energie im Reaktor?
In einem Fusionsreaktor wird Plasma – ein ionisiertes Gas – auf Temperaturen von über 100 Millionen Grad erhitzt. Starke Magnetfelder, wie in einem Tokamak, halten das Plasma stabil. Wenn Deuterium und Tritium kollidieren, fusionieren sie zu Helium und einem Neutron, wobei Energie in Form von Wärme freigesetzt wird. Diese Wärme treibt Turbinen an, die Strom erzeugen.
Die Herausforderungen der Technologie
Die größte Schwierigkeit liegt in der Stabilisierung des Plasmas. Es muss heiß genug sein, um Fusion auszulösen, aber nicht mit den Wänden des Reaktors in Berührung kommen, da es diese schmelzen würde. Materialien müssen extremen Bedingungen standhalten, und der Energieaufwand für die Erhitzung darf die gewonnene Energie nicht übersteigen. Projekte wie ITER in Frankreich testen diese Technologien, sind aber teuer und zeitintensiv.
Stand der Forschung in Deutschland
Deutschland investiert bereits in Fusion durch Einrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik. Die Bundesregierung will nun Milliarden fördern, um private Initiativen anzukurbeln. Die CSU schlägt Gundremmingen als Standort vor, wo bereits ein Kernkraftwerk abgeschaltet wurde. Doch Experten warnen: Ein kommerzieller Reaktor ist noch Jahrzehnte entfernt.
Fazit
Während Politiker von der Fusion als Allheilmittel träumen, bleibt sie der heilige Gral der Energie – immer nur 30 Jahre entfernt, seit man vor 50 Jahren damit angefangen hat. Bis Gundremmingen glüht, kaufen wir uns besser eine Solaranlage, bevor die Sonne untergeht.
