Patrick Bohn

DATACENTER

30/05/2017, geschrieben von Patrick Bohn

Unser neues Rechenzentrum

Das Net-Build Rechenzentrum befindet sich am Ortsrand von Saarwellingen. Bei der Planung des Rechenzentrums wurde direkt berücksichtigt, dass das Gebäude nicht direkt als Rechenzentrum wahrgenommen wird. Das Datacenter ist komplett eingefriedet und von einer 2,10 Meter hohen Zaunanlage umgeben. Einfahrt erfolgt durch ein Sicherheitstor mit elektronisch codierten Chipschlüsseln, welche durch die Net-Build GmbH ausgegeben werden. Das Gelände selbst ist gänzlich durch Kameras überwacht und wird zur nächtlichen Stunde mit bewegungsgesteuerten Lichtanlagen beleuchtet. Das Rechenzentrum selbst besteht aus 4 Bereichen. Die beiden Serverräume gelten als Hauptbereiche, welche mit jeweils 160 Server- und Netzwerkschränken bestückt sind und wir somit eine Gesamtkapazität von 320 Schränken erreichen. Die beiden anderen Bereiche, bestehend aus Technikspange und die im Obergeschoß gelegene Büroeinheit, sind für Rechenzentrumskunden nicht frei zugängig. Innerhalb der jeweiligen Serverräume befindet sich, eingezäunt und abgetrennt vom restlichen Bereich, zwei entsprechende Carrier-Räume, in denen Glasfaseranschlüsse und Core-Routing Equipment untergebracht sind. Eine Webbar, Küche und WC-Anlagen runden das Angebot entsprechend ab und bieten einen Ort zum Pausieren. Weitere professionelle Bilder finden Sie auf der Website des Net-Build Datacenters.

Mit direkter Anbindung an die B269 und somit auch in unmittelbarer Anbindung an die Autobahnen A620 und A8 erhalten unsere Kunden schnellen Zugriff auf ihre Systeme und Serverschränke aus dem gesamten regionalen Raum.

Außenansicht(Gebäude von Außen)

Gebäude

Das aus Stahlbeton hergestellte Gebäude, ist in wärmegedämmter Konstruktion mit  integrierter Auffangwanne ausgeführt. Die Dachfläche und die Außenwände sind mit Isolierung gegen thermische Ableitung gedämmt und wird über Regenfallrohre entwässert. Die Zuleitungen für Strom, Wasser und Glasfaserkabel wurden durch die Bodenplatte ins Gebäudeinnere geführt. Es wurden auch isolierte, einbruchsichere und rauchdichte Türen verbaut. Die Außenwände der Serverräume wurden mit einer lackierten Alufassade verkleidet. Die Eisenarmierung der einzelnen Wände und des Daches sind physikalisch miteinander verbunden und bilden einen faradayischen Käfig und schützt somit vor Blitzeinschlägen, Abhörmaßnahmen und elektromagnetischen Feldern. Die Dächer wurden umlaufend mit einem Sichtschutz versehen, um einen direkten Zugriff zu den Klimageräten zu unterbinden.

Außenansicht(Gebäude an der Hauptstraße)

Klimatisierung (indirekte Freikühlung) 

Die 8 Klimageräte mit einer Kühlleistung von je 250kW sind redundant ausgeführt. Für jeden Serverraum wurden 4 Klimageräte montiert. Eine Doppelbodendruckregelung stellt sicher, dass die Server ausreichend mit gekühlter Luft versorgt werden. Die indirekte Kälteerzeugung für das Rechenzentrum stellt sicher, dass keine verschmutze oder kontaminierte Außenluft ins RZ gelangt. Zwei zusätzliche DX Direktverdampfer Einheiten, die in jedem Klimagerät integriert ist stellt sicher, dass auch bei höheren Außentemperaturen ausreichend Kälteleistung zur Verfügung steht. Die Klimageräte arbeiten nach dem Direktverdunstungsprinzip. Dabei wird die warme Abluft aus dem Rechenzentrum durch einen Polymerwärmetauscher geführt, welcher durch die reine Außenluft gekühlt wird. Durch den Einsatz eines Wärmetauschers, wird keine Außenluft mit der Luft der Serverräume vermischt (indirekte Freikühlung). Bei höheren Temperaturen werden die Wärmetauscher zusätzlich mit kaltem Wasser besprüht, um die Kühlleistung bei hohen Außentemperaturen zu erhöhen. Sollte eine Kühlung mit Außenluft und Kaltwasser nicht mehr ausreichen, werden je Klimagerät 2 DX-Kühleinheiten aktiv und sorgen dafür, dass auch bei hohen Temperaturen das Temperaturniveau in den Serverräumen konstant bleibt.

Adiabatische Klimasysteme(4 von 8 adiabatischen Klimageräten der Firma Munters)


Redundante Stromtechnik

Die elektrische Stromversorgung wird über zwei Transformatoren mit jeweils einer 10kV Einspeisung vom naheliegenden Umspannwerk sichergestellt. Die Transformatoren stehen im sicheren Abstand zum Rechenzentrum in einer extra hergestellten Transformatorstation. Vier Niederspannungshauptverteilungen in getrennten Räumen mit nachgeschalteten USV-Anlagen versorgen das Rechenzentrum dauerhaft mit elektrischer und sauberer Energie. Jede Niederspannungshauptverteilung ist so ausgelegt, dass das gesamte Rechenzentrum darüber versorgt werden kann. Hinter dem Technikbereich befindet sich der Batterieraum, in dem die einzelnen Batterien auf separaten Gestellen untergebracht sind, welche die ingesamt 8 USV-Anlagen mit Strom während eines Ausfalls versorgen. Unter einer Volllast von 2 Megawatt, kann mit den 640 Batterieeinzelblöcken die Stromversorgung für einen Zeitraum von 10 Minuten gewährleistet werden. Dieser Zeitraum wird genutzt, um die beiden Notstromaggragate zu starten und das Rechenzentrum wieder mit Strom zu versorgen. Die Startzeit der Aggregate beträgt ca. 13 Sekunden. Nach vollständiger Lastübernahme durch die Aggregate, können wir das Rechenzentrum - ohne zusätzliche Betankung - für einen Zeitraum von 24 Stunden weiterbetreiben. Durch spezielle Verträge mit Zulieferern können wir jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie an Sonn- und Feiertagen unser Tanklager - auch im Betrieb - wiederaufffüllen.

Niederspannungshauptverteilung(1 von 4 Niederspannungshauptverteilungen)


Unterbrechungsfreie Stromversorgung

Im Falle von Netzstörungen wird durch die ständig arbeitenden USV-Anlagen sichergestellt, dass die Server mit sauberer Energie versorgt werden. Im unserem Rechenzentrum sind mehrere USV-Anlagen mit verschlossenen und wartungsfreien Batterien verbaut. Bei Ausfall einer USV-Anlage, wird die Last von anderen Anlagen ohne Unterbrechung übernommen. Jede USV-Anlage wird durch ihren eigenen und unabhähigen Batterieblock versorgt. Die Batterien haben gemäß EUROBAT eine konstruktive Lebensdauer von über 10 Jahren. Ein externer Bypass-Schalter in der Niederspannungshauptverteilung, ermöglicht jederzeit die unterbrechungsfreie Freischaltung der USV-Anlagen für Service und Wartung.

Batterieraum(Batterieraum der 8 USV-Anlagen)


Netzersatzanlage (Notstromaggregate) 

Außerhalb des Gebäudes befinden sich die beiden Notstromaggregate, welche bei einem Stromausfall automatisch starten und die elektrische Versorgung des Rechenzentrums gewährleisten. Durch ausreichende Kraftstoffbevorratung kann dieser Notbetrieb auch über einen Zeitraum von 24h bei Vollast aufrecht gehalten werden. Das Kühlwasser der Notstromaggregate wird beheizt und thermostatisch geregelt. Außerdem sind eine Frostschutzheizung, eine Handleuchte, ein Feuerlöscher, eine Notstromsteuerung und Hilfsantriebe installiert. Eine komplette Schalldämmung sorgt dafür, dass die Schallemissionen von 75 db(A), in einem Abstand von 7 Metern, nicht überschritten wird.

Notstromaggregate(Notstromaggregate)


Zutrittssystem und Videoüberwachung 

Das Gebäude ist mit einem schlüssellosen Zutrittssystem und einer Einbruchmeldeanlage ausgerüstet. Über einen berührungslosen Leser werden die Türen freigeschaltet. Sämtliche Zutrittsversuche werden protokolliert, überwacht und für mehrere Tage vorsorglich gesichert. Ein eventueller Einbruchsversuch wird über die Alarmzentrale gemeldet und sofort an den Wachschutz weitergeleitet. Über die 24 installierten Kameras, welche Außen und Innen am Gebäude angebracht sind, wird 14 Tage lang lückenlos aufgezeichnet. Diese Daten dienen im Bedarfsfalle einem Nachweis.

Kameraüberwachung(3 von ingesamt 24 Überwachungskameras)


RAS System

Um ein Schadensereignis schnellstmöglich zu erkennen, kommt eine Brandfrühesterkennung zum Einsatz. Anders als bei optischen Brandmeldern, die darauf warten, dass der Rauch sich an der Decke sammelt, agieren Rauchansaugsysteme (RAS) aktiv. Ein Rauchansaugsystem besteht aus einer Meldeeinheit mit einem leistungsstarkem Ventilator, sowie einem Kunststoffrohrnetz mit definierten Ansaugöffnungen. Die Anordnung der Ansaugleitung erfolgt unter Berücksichtigung der im Schutzbereich vorherrschenden Luftströmungen. Durch permanente Luftanalyse können frühzeitig Brandherde festgestellt und unser Personal vorzeitig alarmiert werden.

Rohrnetz der Löschgasanlage(Leitungssystem der Löschgasanlage, Rauchmelder und Leitungssystem des RAS)


Fernüberwachung 

Das ERC-System besteht aus einem Sitemanager und einem Sitemonitor. An diese senden diverse Sensoren für Temperatur, Luftfeuchte, Bewegung, Kraftstoffmangel usw. ihre jeweiligen Zustände. Außerdem werden Strom, Spannung, Differenzstrom und Leistung gemessen und übermittelt. Jeder Betriebszustand kann von jedem beliebigen Standort aus überwacht und quittiert werden. Werden definierte Grenzwerte überschritten, erfolgt die Benachrichtigung direkt an die hierfür zuständigen Mitarbeiter. Darüber hinaus überwachen wir mit diesem System auch noch folgende Systeme: Klimatisierung, USV-Anlagen, Batterien, Umweltwerte der Server- und Technikrräume, Brandmeldeanlage, Einbruchmeldeanlage, Zustand der einzelnen Türen, Notstromaggregate, Öltanks, Transformatoren sowie Kameraüberwachung.

ERC-Überwachungssystem(Komponente der Fernüberwachung ERC)


Brandmelde- und Löschanlagen 

Die Brandmelde- und Löschsteuerzentrale ist modular aufgebaut und entspricht der EN und VDE. Bei Erkennung eines Brandes durch mindestens 2 Rauchmelder oder einer manuellen Auslösung, wird ein Feueralarm generiert. Nach Ablauf der Verzögerungszeit, öffnen sich die unter Druck stehenden Löschmittelflaschen. Das Löschmittel NOVEC™ 1230 strömt durch das Rohrnetz zu den Düsen und flutet wirksam den Schutzbereich. Das physikalisch und chemisch wirkende Löschmittel ist weder korrosiv noch elektrisch leitend und verursacht keine Schäden an elektronische oder sonstigen Bauteilen. Durch Wärmeentzug an der Flamme, wird der Brandherd sicher und ohne Absenkung des Sauerstoffgehalts sanft gelöscht.

Löschgasanlage(Löschgasanlage mit Löschmittel NOVEC™ 1230)


Technische Daten

  • 2 x 10 kV Ringeinspeisung
  • 2 x 1 MVA ölgelagerter Transformator
  • 2 x 1 MVA MTU Notstromaggregate
  • 10.000 Liter Öltank für 24h Notlaufzeit (kann im Betrieb betankt werden)
  • A + B Versorung in den Racks
  • 320 Server- und Netzwerkschränke in 2 Brandbereichen
  • 8 x 250 kW adiabatische Klimasysteme von Munters
  • 8 x 250 kW USV-Anlagen mit 10 Minuten Überbrückungszeit bei Volllast
  • Batterie-Einzelblock-Überwachung 
  • NOVEC™ 1230 Löschgasanlage
  • 12.000 Liter Reservetank für Klimasystem
  • Modernste Klimatechnik spart 107.000 kg CO₂ pro Jahr
  • Power Usage Effectiveness (PUE) < 1,2


Neugierig geworden?

Sollten Sie Interesse an unserem Rechenzentrum haben und würden es gerne mal "hautnah" erleben, so würden wir uns über ihre Anfrage freuen. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular oder schreiben Sie uns eine Nachricht an info@netbuild.net. Wir melden uns umgehend bei Ihnen und vereinbaren mit Ihnen ein Besichtigungstermin.

Headquarter(Net-Build Firmengebäude am Campus Nobel)

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Patrick Bohn
Patrick Bohn

That's me :-)

Geschäftsführer & Gründer der Net-Build GmbH. Seit über 20 Jahren im Bereich Webhosting, Netzwerk- und Servertechnik sowie Rechenzentren tätig.