Ein rätselhafter chemischer Fingerabdruck am Boden des Pazifiks hat Wissenschaftler jahrelang vor ein Rätsel gestellt. Nun enthüllt eine Simulation basierend auf Daten der Gaia-Mission die Wahrheit: Unser Sonnensystem befand sich vor rund 10 Millionen Jahren in der Nähe einer explodierenden Supernova.
Der mysteriöse Fund am Meeresboden
Wissenschaftler entdeckten in Sedimenten des Pazifischen Ozeans ungewöhnliche Spuren von Eisen-60, einem radioaktiven Isotop, das auf der Erde extrem selten vorkommt. Dieses Element entsteht hauptsächlich in den gewaltigen Explosionen von Sternen, sogenannten Supernovae. Lange rätselten Forscher über die Herkunft dieses Fingerabdrucks, da keine offensichtliche Quelle in der Nähe unseres Sonnensystems bekannt war.
Die Rolle der Gaia-Mission
Die Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat hier entscheidende Daten geliefert. Gaia kartiert seit 2013 Milliarden von Sternen in unserer Milchstraße und misst ihre Positionen, Bewegungen und Eigenschaften mit hoher Präzision. Durch die Analyse dieser Daten konnten Astronomen die Bahnen von Sternen rückwärts berechnen und so rekonstruieren, wo sich Sterne vor Millionen Jahren befanden.
Die Simulation der Sternenbewegungen
In einer aufwendigen Computersimulation haben Forscher die Bewegungen Tausender Sterne simuliert. Dabei stießen sie auf einen Stern, der vor etwa 10 Millionen Jahren in der Nähe unseres Sonnensystems explodiert sein könnte. Die Simulation zeigt, dass unser Sonnensystem zu dieser Zeit nur wenige hundert Lichtjahre von der Supernova entfernt war – kosmisch gesehen ein Katzensprung, der ausreichte, um Spuren der Explosion auf der Erde zu hinterlassen.
Auswirkungen auf die Erde
Die Explosion einer Supernova in solcher Nähe hätte erhebliche Konsequenzen gehabt. Strahlung und kosmische Teilchen könnten die Erdatmosphäre beeinflusst haben, möglicherweise sogar das Klima oder die Evolution des Lebens. Dennoch war die Distanz groß genug, um keine katastrophalen Schäden zu verursachen. Der Fund unterstreicht, wie dynamisch unsere galaktische Nachbarschaft ist.
Fazit
Da hat unser Sonnensystem mal wieder Pech gehabt – zur falschen Zeit am falschen Ort, und prompt eine kosmische Dusche abbekommen. Gut, dass Sterne nicht neidisch sind, sonst hätten wir uns für diesen unfreiwilligen Wellness-Besuch bedanken müssen. Wer weiß, vielleicht war das der ultimative Grund für die Launenhaftigkeit des Erdklimas!
